24.6.17

Neue Studie: Sag mir, wo die Arbeitslosen sind

Seit ihrem Höhepunkt im Februar 2005 ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland innerhalb von drei Jahren von 5,2 Millionen auf 3,6 Millionen gesunken. Die Erwerbstätigkeit stieg gleichzeitig um 1,2 Millionen. Die meisten Analysen gehen implizit davon aus, dass Arbeitslose im Wesentlichen in Vollzeit-Erwerbstätigkeit wechseln. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesarbeitsagentur hat sich eine andere Frage gestellt: Wohin sind die Arbeitslosen zwischen 2005 und 2008 tatsächlich gegangen?


Die Studie erklärt den Rückgang der Arbeitslosigkeit, indem sie die Übergänge zwischen Arbeitslosigkeit und 16 anderen Erwerbsstatusarten anhand zweier großer Mikro-Datensätze berechnet. Es zeigt sich, dass direkte Übergänge zwischen Arbeitslosigkeit und Vollzeit-Erwerbstätigkeit nur knapp 9 Prozent zum Rückgang der Arbeitslosigkeit beitrugen. Dagegen wechselten mehr als 37 Prozent der Arbeitslosen in atypische Beschäftigungsverhältnisse. Weitere 13 Prozent nahmen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teil und 28 Prozent gingen in den Ruhestand. Die Autoren ziehen das Fazit: "Wenn wir den Verbleib der Arbeitslosenkohorte vom Februar 2005 über die Zeit verfolgen, bestätigen sich diese Ergebnisse im Wesentlichen."

Zum Abstract und zum ausführlichen Text (Download) beim IAB

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