25.6.17

Vertrauen oder Verschwörung? Studie zu Publikum und Medien

Haben sich ganze Bevölkerungsteile von den etablierten politischen und medialen Akteuren abgewendet? Ist das Verhältnis zwischen Medien und Publikum grundsätzlich gestört? Die Wissenschaftler Tanjev Schultz, Nikolaus Jackob, Marc Ziegele, Oliver Quiring und Christian Schemer haben das in einer breit angelegten Studie untersucht. Insgesamt ist aus den Ergebnissen der Studie kein umfassender, dramatischer Vertrauensverlust in die Medien zu erkennen.

Freilich artikulieren bemerkenswert hohe – und bei manchen Fragen wachsende – Anteile der Bevölkerung ein erhebliches Misstrauen. Nicht alle, die heftige und pauschale Kritik an etablierten Sendern und Zeitungen üben, haben bereits ein kohärentes und gefestigtes Anti-Medien-Bild. Offensichtlich spielen derzeit rasch schwankende Stimmungen eine große Rolle. Doch es existiert auch ein harter Kern von Medienzynikern. Auf der anderen Seite lassen sich in einem Teil der Bevölkerung sogar Anzeichen für eine Zunahme des geäußerten Vertrauens ausmachen, die als Unterstützung für etablierte Medien in Krisenzeiten interpretiert werden kann.

Die Studie legt empirische Belege zu dieser Debatte auf der Basis einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung von Personen ab 18 Jahren in Deutschland vor. In Übereinstimmung mit früheren Befunden ist das Vertrauen der Befragten vor allem in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und klassische Tageszeitungen groß. Privaten Fernsehsendern und den Boulevardzeitungen bescheinigen die Bürger dagegen eine geringere Glaubwürdigkeit.

Auch Fragen zu Verschwörungstheorien wurden in der Studie gestellt, so zum Beispiel zum Tod von Prinzessin Diana oder den Hintergründen von 9/11. Bei Befragten, die Pauschalvorwürfen gegen die Medien zustimmen, liegen die Zustimmungswerte zu solchen Verschwörungstheorien deutlich über dem Durchschnitt.

Zur Pressemitteilung und zum Volltext (Media-Perspektiven)

24.6.17

Neue Studie: Sag mir, wo die Arbeitslosen sind

Seit ihrem Höhepunkt im Februar 2005 ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland innerhalb von drei Jahren von 5,2 Millionen auf 3,6 Millionen gesunken. Die Erwerbstätigkeit stieg gleichzeitig um 1,2 Millionen. Die meisten Analysen gehen implizit davon aus, dass Arbeitslose im Wesentlichen in Vollzeit-Erwerbstätigkeit wechseln. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesarbeitsagentur hat sich eine andere Frage gestellt: Wohin sind die Arbeitslosen zwischen 2005 und 2008 tatsächlich gegangen?


Die Studie erklärt den Rückgang der Arbeitslosigkeit, indem sie die Übergänge zwischen Arbeitslosigkeit und 16 anderen Erwerbsstatusarten anhand zweier großer Mikro-Datensätze berechnet. Es zeigt sich, dass direkte Übergänge zwischen Arbeitslosigkeit und Vollzeit-Erwerbstätigkeit nur knapp 9 Prozent zum Rückgang der Arbeitslosigkeit beitrugen. Dagegen wechselten mehr als 37 Prozent der Arbeitslosen in atypische Beschäftigungsverhältnisse. Weitere 13 Prozent nahmen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teil und 28 Prozent gingen in den Ruhestand. Die Autoren ziehen das Fazit: "Wenn wir den Verbleib der Arbeitslosenkohorte vom Februar 2005 über die Zeit verfolgen, bestätigen sich diese Ergebnisse im Wesentlichen."

Zum Abstract und zum ausführlichen Text (Download) beim IAB

10.6.17

Sommerakademie: Storytelling auf allen Kanälen, ab 31.7.

Die Welt ist voller Geschichten – großer, kleiner, glamouröser, kurioser, und nachdenklicher Geschichten. Sie wollen entdeckt und erzählt werden – in der Sommerakademie „Storytelling“ mitten im Herzen Münchens: Fünf inspirierende, informative, lehrreiche und unterhaltsame Tage rund ums journalistische Erzählen. Dabei spannen wir den Bogen von der mündlichen Erzählkunst übers Impro-Theater bis zum digitalen Storytelling. Am Ende stehen dann die Geschichten der Teilnehmer online: spannend, multimedial und zielgruppengerecht.

Die Sommerakademie Storytelling beginnt am Montag, 31. Juli 2017 um 10 Uhr und endet am Freitag, 4. August 2017, gegen 15 Uhr. Treffpunkt: Medienladen der Stiftung Journalistenakademie Dr. Hooffacker, Renatastraße 41 in München. Mehr dazu bei der Journalistenakademie München