26.12.14

Neues Dossier: Revolution – aber bitte ohne Gewalt!


Zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Lehrgänge Online-Redakteur/in Crossmedia OC-01 und Pressereferent/in Crossmedia PC-01 an der Münchner Stiftung Journalistenakademie setzen sich in ihrem neuen Dossier zum Thema Revolution mit Umbrüchen im Leben von Menschen, in der Technik, im politischen Bereich und in der Gesellschaft auseinander. Sie präsentieren Reportagen, Glossen, Interviews und Kommentaren, die kleine und große Revolutionen zum Thema haben: Menschen lehnen sich gegen den Tod auf, fliehen vor Gewalt, erfinden Alltagsgegenstände neu und kämpfen für eine bessere Welt.

Die Startseite des neuen Dossiers Revolution der Journalistenakademie

Die Autorinnen und Autoren haben ihre Beiträge in den journalistischen Unterrichtseinheiten und der folgenden Dossierphase entwickelt. Alle Texte wurden sorgfältig gegengelesen. Fast alle Fotografien wurden extra für das Dossier Revolution aufgenommen und bearbeitet. Die nachfolgenden Fotos entstanden bei der feierlichen Präsentation der Beiträge in der Journalistenakademie. Auch das vielfältige Buffet hat die Projektgruppe selbst gezaubert. Die in diesem Blogeintrag zu sehenden Fotos hat Tobias Schulz aufgenommen. Die Autorinnen und Autoren freuen sich auf Feedback zu ihren Beiträgen!


Heike Huwald begrüsst die Gäste zur Präsentation des Dossiers

Michaela Wittlich stellt einen ihrer Beiträge vor

Das Moderatorenteam: Jessika Schneider, Heike Huwald, Gabriel Jezek

Das Buffet: Gleich geht es los

Prosecco zum Anstoßen

25.12.14

Prognosencheck 2014: Die Katastrophen blieben aus

Versinkende Pyramiden, ein kippendes Empire State Building und der zumindest teilweise Einsturz des Kolosseums in Rom gehörten für 2014 zu den Lieblingsprognosen des kanadischen Mediums Nikki Pezaro. Während diese ein besonderes Faible für die Zerstörung weltweit bekannter Gebäude hatte, blieben ihre Kollegen hierzulande mehr bei den klassischen Prognosethemen und sagten Katastrophen aller Art voraus. Die aktuelle Auswertung der Voraussagen von Hellsehern, Wahrsagern und Astrologen durch die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) zeigte auch für 2014 das gewohnte Bild: Auch Wahrsager, Astrologen und "Medien" verfügen nicht über gesicherte Informationen über die Zukunft.

Die Verse des Renaissance-Dichters Nostradamus wurden wieder einmal ausgedeutet, wenn auch zum Glück nicht zutreffend. Von „giftigem Schnee im Juli“, einer darauffolgenden Hungersnot und der Ermordung der „päpstlichen Familie“ raunt ein entsprechender Text in Allgeiers Astrologischem Jahrbuch. Gemäß einer einschlägigen Webseite sollte 2014 „unausweichlich der dritte Weltkrieg beginnen“. Glücklicherweise erwies sich die für den 1. Juni angedrohte zerstörerische Säurewolke aus dem All als seit Jahren durch das Internet geisterndes Hirngespinst, und die auf den 22. Februar terminierte Wikinger-Apokalypse „Ragnarök“ als Werbegag eines britischen Museums.

Was bringt 2015 an Prognosen?
„Einen wirklich aufsehenerregenden Prognosetreffer habe ich noch nie gefunden“, so der Mainzer Mathematiker Michael Kunkel, der seit Jahren diese Prognosen sammelt und auswertet. 2014 blieben die von esoterischen Prognostikern vorhergesagten Finanz- und Börsenkatastrophen aus - möglicherweise werden ja für 2015 weitere Crashs vorhergesagt. Laut der österreichischen Wahrsagerin Rosalinde Haller sollte der Euro 70-80% an Wert verlieren, der Schweizer Franken immerhin noch 30-40%. Ihre Kollegin Christiane Durer sah nach der Europawahl Enteignungsgesetze auf Deutschland und Österreich zukommen und die Astrologin Hildegard Leiding wollte in den Sternen wirtschaftliche Depression und Hyperinflation erkannt haben. Für Kunkel sind solche Prognosen schlicht lächerlich, und er fügt hinzu: „Ja, die Wirtschaftsweisen liegen auch fast jedes Jahr daneben, aber bei denen moniert man schon eine Abweichung von 0,5 Prozent beim Wirtschaftswachstum als katastrophale Fehlprognose. Dagegen haben die Astrologen und Hellseher nichts zu bieten.“

Für 2015 erwartet Kunkel die Voraussage der üblichen Katastrophen. Sogar eine aktuelle Weltuntergangsprognose für den kommenden September kennt er schon.
Zur kompletten Pressemitteilung bei der GWUP

15.12.14

Goldmedia Trendmonitor 2015: Was Youtube mit dem Fernsehen macht


Bewegung in der Welt des Bewegtbilds: Vor allem die jüngeren Zuschauer wandern Richtung Youtube ab. 2014 entfallen bereits 20 Prozent der gesamten Bewegtbildnutzung der 19- bis 29-Jährigen auf Onlinevideos und TV-Sendungen im Internet, so die Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie. Die deutschen Youtuber ApeCrime erzielen für ein neues Video oft über 500.000 Abrufe am Tag und eine Million in der Woche. Die Top Ten-Youtube-Kanäle aus Deutschland erreichten in der letzten Woche (KW 49, 2014) zusammen über 40 Millionen Views.

Die Top Ten-Angebote der ARD hingegen erreichen zusammen im Oktober 2014 gerade vier Millionen Abrufe, bei ProSieben rund 3,5 Millionen. Gemessen wurden die Videoabrufe von der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) in Zusammenarbeit mit Nielsen.

Im kommenden Jahr verstärken die privaten TV-Sender ihre Online-Aktivitäten. Mit Studio71 will die ProSiebenSat.1-Gruppe YouTube für sich nutzbar machen., Mediakraft schafft bereits 420 Millionen Abrufe im Monat mit einer Wachstumsrate von zehn Prozent. RTL hat vorerst auf eigene Entwicklungen verzichtet und engagiert sich mit 26 Millionen Euro an dem kanadischen Multi-Channel Network BroadbandTV.

Treiber des Wachstums sind vor allem die Multichannel-Networks – sogenannte MCNs, deren Bedeutung als Produzenten, Distributoren und Vermarkter von Videoinhalten über digitale Plattformen im kommenden Jahr weiter steigen wird. Multichannel-Networks werden für Filmstudios und TV-Sender als Produzenten, Aggregatoren und Vermarkter von Content zu starken Konkurrenten, weil sie ihren Kompetenzvorsprung in einem neuen und kräftig wachsenden Bereich schnell und systematisch ausbauen. Damit stehen die MCNs in der Tradition der Filmstudios und TV-Netzwerke, die seinerzeit auch in Reaktion auf die Entwicklung neuer Distributionswege entstanden sind.

Parallele zur Filmgeschichte Die US-amerikanischen Filmstudios waren anfangs Independents, die sich vor allem durch neue filmische Erzählformen und Innovationen gegen die bis 1917 von Edison, Pathe und Kodak beherrschte Motion Picture Patent Company (MPPA) durchsetzen konnten. Später zu erfolgreichen Major-Studios gewachsen, mussten sie selbst auf neuen Wettbewerb reagieren: die Entwicklung des Fernsehens. Eigene TV-Produktionsgesellschaften wurden gegründet und schließlich auch weltweit eigene TV-Sender. Damit konnte man vor allem die Kompetenz in der Content-Produktion erweitern und die Marktposition in der Distribution ausbauen.

2011 gründete Youtube die Audience Development Group zur Bündelung und gemeinsame Vermarktung von Youtube-Kanälen. Das war die Geburtsstunde der MCNs. Sie etablierten neue Content-Angebote und Geschäftsmodelle. In der Tradition der Major-Studios könnten sie damit eine ganz neue Ära des TV- und VoD-Marktes einläuten: die Major-Studios 3.0.

Die MCNs unterstützen nicht nur die Content-Produzenten und steigern deren Reichweite signifikant, sondern sie bündeln einzelne Amateur-Kanäle zu berechenbaren Werbeumfeldern. Damit tragen sie wesentlich zur Entwicklung dieser Content-Gattung bei. Youtube ist der Gatekeeper dieses Trends.

Quellen: Marcus Hochhaus, Florian Kerkau, Tim Prien von der Goldmedia Research GmbH im Goldmedia-Blog (Zusammenfassung)

Die Beratungsgruppe Goldmedia (www.goldmedia.com) veröffentlicht alljährlich Analysten-Kommentare und Thesen zu Trends des kommenden Jahres in Deutschland. Der Trendmonitor 2015 gibt einen Ausblick auf ausgewählte Entwicklungen in den Bereichen Medien, Telekommunikation, Entertainment und Internet.

Der Goldmedia-Trendmonitor zum Download.

11.12.14

JIM-Studie: Jugendliche glauben Tageszeitung mehr als Internet

Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest hat im Dezember die JIM-Studie 2014 (Jugend, Information, (Multi-) Media) in Mannheim vorgestellt. Darin wurde auch das Image verschiedener Mediengattungen hinsichtlich der Vertrauenswürdigkeit und Glaubwürdigkeit untersucht. Ergebnis: Die Tageszeitung ist für Jugendliche auch im Zeitalter der Digitalisierung die glaubwürdigste Mediengattung.

Dazu wurden die Jugendlichen gefragt, welchen Medien sie im Falle einer widersprüchlichen Berichterstattung am ehesten Glauben schenken würden – dem Radio, dem Fernsehen, dem Internet oder der Tageszeitung? In diesem Szenario vertrauen 40 Prozent der befragten Zwölf- bis 19-Jährigen der Berichterstattung der Tageszeitungen, gut ein Viertel entscheidet sich für das Fernsehen (26 %). Radiomeldungen sind für 17 Prozent am vertrauenswürdigsten, während der Internetberichterstattung mit 14 Prozent am wenigsten Vertrauen entgegengebracht wird. Und dies, obwohl die Tageszeitung von deutlich weniger Jugendlichen regelmäßig genutzt wird (32 %) als Radio (73 %), Fernsehen (83 %) oder Internet (94 %).

Diejenigen, die das Internet für das glaubwürdigste Informationsmedium halten, nennen als vertrauenswürdigste Internetseite mit jeweils 16 Prozent Spiegel Online und Google. An zweiter Stelle steht Wikipedia (15 %), danach folgen Facebook sowie diverse E-Mail-Provider mit jeweils elf Prozent. Neun Prozent nennen YouTube als vertrauenswürdigstes Internetangebot, acht Prozent vertrauen auf den Online-Auftritt überregionaler Zeitungen wie der Süddeutschen Zeitung, der FAZ oder der ZEIT.

Die Frage nach der Glaubwürdigkeit verschiedener Medien greift die JIM-Studie seit 2005 in unregelmäßigen Abständen immer wieder auf. Die Ergebnisse zeigen, dass Jugendliche trotz extremer Digitalisierung des Alltags in dieser Frage sehr konservativ urteilen. Sowohl Tageszeitung (2005: 42 %), Fernsehen (2005: 28 %) als auch Internet (2005: 16 %) weisen in den letzten neun Jahren relativ konstante Werte hinsichtlich ihrer Glaubwürdigkeit auf, nur das Radio (2005: 10 %) hat sieben Prozentpunkte dazu gewonnen.

Zur vollständigen Pressemitteilung und zum Download der JIM-Studie

9.12.14

Läuft nicht: Bautzner Senf auf Nürnberger Bratwürstchen

Ein skurriler Streit unterhält in der Vorweihnachtszeit Sachsen, Franken und auch Bayern. Unter dem Motto "So geht sächsisch" lässt die Sächsische Staatskanzlei derzeit eine Werbeagentur eine bundesweite Sympathie-Offensive durchführen. Die beauftragte Agentur hielt es für eine gute Idee, auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt kostenlos Nürnberger Bratwürste mit Bautzner Senf zu verteilen (der aus unerfindlichen Gründen mit einem sächsischen Apostroph geschrieben werden soll: Bautz'ner Senf).

Die Agentur hatte nicht mit der Nürnberger Seele gerechnet, sind doch die Bratwürstla markengeschützt und identitätsstiftend. So verfügte das Nürnberger Ordnungsamt, dass ein kostenloses Verteilen auf dem weltberühmten Mark der Marktsatzung widerspreche, denn das nehme ja den alteingesessenen Bratwurstständen und -gaststätten die Kunden weg. Als Alternative wurde den Sachsen der Nürnberger Aufseßplatz angeboten - ohne Dekoration ein denkbar düsterer Ort südlich des Bahnhofs, weitab vom Christkindlesmarkt.

Am Nikolaustag auf dem Aufseßplatz: weit und breit keine Sachsen. Dafür freuten sich in der niederbayerischen Gemeinde Tann die Anwohner über Bratwürste mit Senf im winzigen Ortsteil Nürnberg. Die mittelfränkischen Nürnberger hatten keine Wahl, sie mussten einheimische Bratwürstchen essen. Merke: 1. Niederbayern sind tolerant. 2. Den findigen Sachsen fällt immer eine Lösung ein.

Medienbericht: Nürnberger Nachrichten, Weder Wurst noch Senf
Pressemitteilung: Adventsaktion sorgt für Wirbel

Foto: Drei in am Weggla, gemeinfreies Foto von Wikipedia

7.12.14

Auf dem Neuhauser Weihnachtsmarkt

Auf dem Rotkreuzplatz, in zehn Minuten Laufweite von der Journalistenakademie, hat der Neuhauser Weihnachtsmarkt seine Pforten geöffnet. Wenn es dunkel wird in München, ist es dort am schönsten.

Fotos: Peter Lokk

6.12.14

Deutscher Menschenrechts-Filmpreis in Nürnberg vergeben

In Nürnberg wurde zum neunten Mal der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis verliehen. 416 Filme – mehr als jemals zuvor – hatten den drei Fachjurys in den Kategorien Langfilm, Kurzfilm, Magazinbeitrag, (Film-)Hochschule und Amateure zur Sichtung und Bewertung vorgelegen. Zudem wurde aus allen Einreichungen ein Bildungspreis ermittelt. In der Nürnberger Tafelhalle wurden am Samstag die sechs Preisträger geehrt. Alle Preisträger des Menschenrechts-Filmpreises findet man hier.

Am Samstag abend ab 21.45 Uhr waren im Rahmen der „Nacht des Menschenrechts-Films“ (Eintritt frei) alle Preisträgerfilme in voller Länge zu sehen. Die Stiftung Journalistenakademie ist Mitveranstalter des Deutschen Menschenrechts-Films. Unterstützt wird sie dabei von Kommunikation und Neue Medien e. V. sowie der Nürnberger Medienakademie.

Die Preisträger und Mitglieder der Jury

Auf der Pressekonferenz: Monsignore Wolfgang Huber von "Missio", Filmemacher Pagonis Paganakis, Pressesprecher Marko Junghänel
Weitere Fotos auf der Twitterwall