30.10.14

Sächsische Zeitung plant Wochenzeitung plus App

Die “Sächsische Zeitung” will zum 7.11.2014 die Wochenzeitung “auSZeit” herausbringen. Das berichtet Peter Stawowy in seinem Medienblog "Flurfunk Dresden". Demnach wird das Magazin im Tabloid-Format mit einer News-App für Smartphones gekoppelt sein, über die die Nutzer werktäglich die wichtigsten Nachrichten des Tages bekommen. Der Schwerpunkt soll jedoch auf der Wochenzeitung liegen, die die Ereignisse der Woche gebündelt und ausführlich auf der Basis der Berichterstattung in der Tageszeitung fürs Wochenende aufbereiten werde. Damit will die Sächsische Zeitung auf ein Lesepublikum reagieren, das sich die täglichen News aktuell mobil holt und von der Zeitung mehr Hintergrund erwartet.

Der Flurfunk berichtet weiter: "Wer die gedruckte “auSZeit” kauft, hat über einen Code gleichzeitig Zugriff auf die Inhalte der News-App." Im Heft werde man auf rund 56 Seiten die wichtigsten Themen der Woche lesen können. Erscheinungstermin für “auSZeit” solle freitags sein, die erste Ausgabe komme am 7.11.2014 heraus.
Zum Beitrag beim Flurfunk Dresden

28.10.14

Kurse Onlineredakteur/in und Pressereferent/in Crossmedia gestartet


Die neuen Kurse Onlineredakteur/in Crossmedia OC1 und Pressereferent/in Crossmedia PC1 haben am 27. Oktober 2014 an der Stiftung Journalistenakademie in München begonnen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet ein anspruchsvolles crossmediales Halbjahres-Programm. Themen wie journalistische Darstellungsformen, Präsentation und Moderation, Fotografie und Bildbearbeitung, Kundenzeitschrift, Methoden der Pressearbeit, PR-Konzept und Strategie, digitale Pressemappen und Presseportale sind im ersten Quartal angesagt. Dazu kommen das journalistische Dossier und echte Presseprojekte. Um Online-Texte, Webredaktion, Redaktionssysteme, crossmediale Konzepte, Social Media, Storytelling, Online-PR, SEO, Podcasts, Videos, Apps und Medienrecht geht es im zweiten Vierteljahr. Als Abschlussprojekt realisieren die Lehrgänge gemeinsam einen mehrmedialen Webauftritt. Zum Kursstart im Oktober 2014 hat die Stiftung Journalistenakademie ihre Vollzeitkurse inhaltlich optimiert, neu zertifiziert und mit den neuen Lehrgangsbezeichnungen noch besser auf die Wünsche des Arbeitsmarkts ausgerichtet. Das Team der Journalistenakademie freut sich mit den neuen Teilnehmenden: herzlich willkommen und viel Erfolg!

Die neuen Kursteilnehmenden beim Kursstart in der Bibliothek der Journalistenakademie
Bis zum 10. November 2014 ist der Einstieg für Kurzentschlossene möglich. Wer als Journalist oder Akademiker mit Medienerfahrung Wissenslücken schließen, fundierte Onlinekenntnisse erwerben oder in die Berufsfelder Pressearbeit klassisch und online wechseln will, ist für die aktuellen Kurse Onlineredakteur/in Crossmedia und Pressereferent/in Crossmedia an der Stiftung Journalistenakademie bestens geeignet. Jeder der beiden Kurse dauert sechs Monate und ist nach AZWV/AZAV zertifiziert.  Aktuelle Referenzen und Arbeitsproben erwerben die Teilnehmenden in mehreren kursbegleitenden Praxisprojekten. Auf www.journalistenakademie.de finden Sie die hier entstandenen Online –Dossiers, digitalen Pressemappen, Videos und Webauftritte. Das detaillierte Zertifikat bestätigt den Absolventinnen und Absolventen zum Lehrgangsende die neu erworbenen Kenntnisse. Unsere Vermittlungsquoten ein halbes Jahr nach Lehrgangsende liegen bei durchschnittlich 90 Prozent. Informationen zu den aktuellen Kursen gibt es unter www.journalistenakademie.de und telefonisch unter 089 1675106.

24.10.14

Journalistenschulen beraten bei den Medientagen

Bayerische Medienaus- und weiterbildungseinrichtungen präsentieren sich heute auf den Medientagen München. Irene Stuiber vertritt die Journalistenakademie und hat dieses Foto geschossen. Bereits bevor es richtig los geht, ist der Andrang groß. Die Journalistenakademie freut sich aufs Wiedersehen mit vielen ehemaligen Studierenden!

20.10.14

Nachlese 59. Mediengespräch: Transmedia und die Folgen


„Jetzt twittert jeder noch mal, und dann geht’s los“
Nachlese zum 59. Münchner Mediengespräch am 1. Oktober 2014
Datenjournalismus, Crossmedia, Transmedia: Trends im digitalen Storytelling


Mehr als 40 Interessierte haben sich im Bayernforum der Friedrich-Ebert-Stiftung eingefunden, als die Moderatorin Prof. Dr. Gabriele Hooffacker von der Stiftung Journalistenakademie das 59. Mediengespräch für eröffnet erklärt.


Natalia Karbasova: "Datenjournalismus ist Nutzwertjournalismus"

Auf dem Podium an diesem Abend diskutieren Experten über die neuesten Trends im digitalen Storytelling und deren Auswirkungen auf die Aufgaben und Herausforderungen im Journalismus. Natalia Karbasova, Multimedia-Spezialistin bei Burda Media, macht sich für den Datenjournalismus stark. Ulrike Köppen, Online-Redakteurin beim Bayerischen Rundfunk in der Abteilung Web-Innovationen, schildert Erfahrungen und Tendenzen im Bereich Transmedia. Dirk von Gehlen, Leiter Social-Media und Innovationen bei der Süddeutschen Zeitung und der Social-Media Plattform jetzt.de, plädiert vor allem für die crossmediale Ausrichtung journalistischer Inhalte. In einer Sache sind sich die Beteiligten einig: Die klassischen Mediengrenzen verschwinden und die Trends der digitalen Revolution können nicht mehr ignoriert werden. Lediglich die Bezahlmodelle für digitale Inhalte lassen noch Fragen offen und liefern keine ideale und einheitliche Lösung.

Datenjournalismus – Mehrwert für Journalisten und Nutzer 

Karbasova stellt in ihrem Input zahlreiche Beispiele vor, in denen Redaktionen komplexe und unübersichtliche Daten nicht mehr nur in reiner Textform beschreiben. Interaktive Webtools individualisieren und visualisieren Daten auf nutzergerechte Art: wie beispielsweise die Lebensqualität in US-amerikanischen Regionen auf einer interaktiven Karte aussieht, dass die Arbeitslosenquoten farbkodiert wesentlich einfacher erfassbar sind, oder wie sich das Mietpreisniveau konkret in meinem Stadtteil verhält.

The Guardian: Zahlen helfen, komplexe Sachverhalte verstehbar zu machen
Wo sonst nüchterne Listen und Tabellen den Leser verwirrten, wird jetzt auf den ersten Blick – oder besser gesagt den ersten Klick – erkennbar, worum es geht und welche Ergebnisse der immensen Datenflut den Nutzer persönlich betreffen. Damit werden Journalisten immer mehr zu Analysten und Statistikern oder auch zu Grafikern und Webdesignern. Zumindest sollten sie den Umgang mit Experten aus diesen Fachgebieten üben und pflegen. Datenjournalismus ist daher keinesfalls gleichzusetzen mit stoischer Fließbandarbeit, sondern erweitert den Horizont und setzt breiter gefächerte Kenntnisse voraus.

Transmedia – interdisziplinärer Wandel für Nutzer und Redakteure

Darin sieht vor allem Ulrike Köppen die große Chance für die Zukunft ihrer Berufssparte. Journalisten müssen nicht mehr nur recherchieren und schreiben können, sondern auch interdisziplinäre Manager und multimediale Kuratoren ihrer Projekte sein. Ihre Erfahrungen im Erzählen transmedialer Geschichten haben das gezeigt. So wurden beispielsweise die Bayern-2 Hörer nach einem Radiofeature mit dem Titel „Wie es euch gefällt“ vor den TV-Bildschirm gelockt, um die transmediale Geschichte weiterzuverfolgen. Anschließend ergänzten Web-Beiträge, Diskussionsforen und User-Interaktion das Themengebiet. Der Redakteur bildet die Schnittstelle für alle Kanäle und muss sich mit den unterschiedlichen Erzählformaten auseinandersetzen, um dem Publikum den Inhalt (Content) zu vermitteln. Seine Toolbox vergrößert sich damit enorm und User erleben Geschichten aus mehreren Blickwinkeln und auf eine individuelle Weise.

Social-Media – Trendbarometer für journalistische Themen

Die Social-Media Trends von Twitter, Facebook, YouTube und Co spielen nach wie vor eine wichtige Rolle für den Journalismus. Sah man diesem Phänomen anfänglich noch ängstlich entgegen, gibt es inzwischen positive Entwicklungen, die daraus ein datengetriebenes und relevantes Interesse für journalistische Themen ableiten. Jeder Empfänger ist somit auch Sender von Nachrichten und hat direkten Einfluss auf deren Verbreitung und Bedeutung. Auswertungen von Tweets und Posts sind wie ein Themenbarometer zu lesen und dienen als Grundlage für journalistisches Arbeiten.

Crossmedia: Nur wer neue Wege geht, hat eine Chance auf Erfolg

Crossmedia ist im journalistischen Alltag längst angekommen, wie Dirk von Gehlen bestätigt. Themen und Geschichten werden nicht mehr nur für die Print-Ausgaben der Süddeutschen Zeitung aufbereitet, sondern auch über die digitalen Kanäle ausgespielt. Dass sich Leser gezielt involvieren können, ist dabei ein entscheidender Vorteil. Drei ausgewählte Artikel pro Tag werden im Online-Portal der SZ zur öffentlichen Diskussion gestellt. Man habe sich dafür bewusst entschieden, um die Qualität der medialen Interaktion zu steigern, so von Gehlen. Wurden zu Beginn des Social-Media Hypes die Usermeinungen oft unüberlegt und wahllos ins Netz „gerülpst“, so führt das organisierte Kommentieren und Diskutieren zu einem Mehrwert für Nutzer und Redakteure. Die SZ geht sogar einen Schritt weiter. In einem Experiment will von Gehlen in den kommenden Wochen eine Buchrezension zusammen mit 100 Usern im Web schreiben: Gemeinsam lesen, gemeinsam bewerten und gemeinsam kritisieren, so lautet die Devise, um User vom passiven Konsum zum fairen Dialog im Netz zu überzeugen.

„Medien die nicht crossmedial verfügbar sind, gibt es bald nur noch im Museum“, prognostiziert Karbasova für die nächsten zehn Jahre. Die Printmedien müssen sich der digitalen Herausforderung stellen. Die im 59. Mediengespräch vorgestellten Beispiele und Ideen sind nur eine Momentaufnahme. „Die ersten Schritte in einen dunklen Raum tun immer weh“, fasst von Gehlen seine Erfahrungen im digitalen Umfeld zusammen. „Aber nur weil es dunkel ist, muss das nicht heißen, dass es da drin nicht schön ist.“ Wir befinden uns nach wie vor in der Phase des Ausprobierens neuer Trends und der Annäherung an die digitale Welt, ohne dabei die klassischen Printmedien zu vergessen. Auf keinen Fall ist aber der Beruf Journalist gefährdet. Jagte man bisher der Quantität und den reinen Klickzahlen für Meldungen hinterher, so konnten die Podiumsgäste bestätigen, dass inzwischen die Verweildauer eines Users als ebenso wichtiger Gradmesser für den digitalen Erfolg einer Meldung eine Rolle spielt. Der „Long-Read“ und die Leistung journalistischer Arbeit hat somit längst nicht ausgedient – auch wenn eine Kurzmitteilung von 140 Zeichen dazu den Stein erst ins Rollen gebracht hat.

Von Thomas Porzner

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Lehrgänge Online-Journalismus OJ51 und Pressearbeit online 44 an der Journalistenakademie München haben zum 59. Mediengespräch 'Datenjournalismus, Crossmedia, Transmedia' die digitale  Pressemappe mit Interviews, Porträts und Hintergrundtexten erstellt.

1.10.14

Tagung: Wie arbeiten Journalisten morgen?

Tagesseminar am 15. November in Nürnberg 
Veranstaltung von Medienakademie, Bayerischem Politik-Seminar und dju

"Wie arbeiten Tageszeitungsjournalisten morgen?" lautet der Titel eines Tagesseminars am Samstag, 15. November 2014, von 10 bis 17 Uhr in der Nürnberger Akademie, Gewerbemuseumsplatz 2, 90403 Nürnberg. Die von dju, Nürnberger Medienakademie und dem Bayerischen Seminar für Politik getragene Veranstaltung befasst sich mit den Veränderungen der Medienlandschaft durch das Internet.

Der Tageszeitungsleser von morgen hat andere Bedürfnisse als der klassische Abonnent von heute. Die Arbeit der Tageszeitungsjournalisten ist deshalb im Umbruch. Ein Thema sind Audio- und Videopodcasts: Gehören sie in Zukunft zum festen Repertoire? Und was ist mit Blogs? Sind sie wichtig für die Leser-Blatt-Bindung oder nur nettes Beiwerk? Der Journalist als Marke: Interessiert es den Leser, wer die Beiträge in seiner Zeitung schreibt? Oder reicht ihm auch billig von der Konkurrenz eingekaufter Content? Was bringen Apps? Wie konzipiert man sie? Und was steckt technisch dahinter? Zum Referententeam gehört unter anderem der Videofilmer Malte Burdekat.

Die Kosten betragen 20 Euro pro Person inklusive Mittagessen in der Trattoria im Cinecitta. Anmeldung an: Peter Lokk M.A., Journalist und Dozent, Nürnberger Medienakademie e.V./Journalistenakademie, Tel. 089 1675106, Fax 089 131406, Mail p.lokk@link-m.de.

Das Programm:
10.00 Uhr:
Peter Lokk M.A., Nürnberger Medienakademie e.V.
Begrüßung, Ziele, Erwartungen der Teilnehmenden, Ablauf
10.30 Uhr:
Dr. Gabriele Hooffacker, Leiterin der Stiftung Journalistenakademie und Professorin an der HTWK Leipzig
Aktuelle Trends der Mediennutzung in Deutschland
Die Mediennutzung wandelt sich: Internet, Online-Angebote und Social Media haben das Nutzerverhalten verändert. Wer liest, hört und sieht welche Medien? (mit anschließender Fragerunde)
11.30 Uhr:
Dr. Gabriele Hooffacker, Leiterin der Stiftung Journalistenakademie und Professorin an der HTWK Leipzig
Transmedia, Crossmedia, Datenjournalismus
Mit Trends wie dem Datenjournalismus, Crossmedia und Transmedia reflektieren Medienmacher die Veränderungen durch die digitale Revolution und die Medienkonvergenz. Bei den neuen Angeboten verschwimmen die Grenzen zwischen Autor und Publikum, Sender und Empfänger, passiver Rezeption und aktiver Teilnahme. (mit anschließender Fragerunde)
12.30 Uhr: Mittagessen
14.00 Uhr:
Malte Burdekat M.A., Videojournalist, Mediensoziologe und Dozent
Mobile Reporting, Produzieren für CMS-Systeme, mobile Angebote
Konzepte für die Praxis: Was verbirgt sich hinter Schlagworten wie „mobile journalism“? Welchen Stellenwert hat der Videojournalismus? Audio- und Videopodcasts: Gehören sie in Zukunft zum festen Repertoire? Was bringen Apps? Wie konzipiert man sie? Und was steckt technisch dahinter? (mit Beispielen, anschließender Fragerunde und eingeschobener Kaffeepause gegen 15 Uhr)
16.00 Uhr: Abschlussgespräch zum Seminar
16.30 Uhr: Ende des Seminars.