27.7.12

Freier Journalist = Entrepreneur?

Ist das US-Konzept des „Entrepreneurial Journalism“ vergleichbar mit dem des Freiberuflers in Deutschland? Rukhshona Nazhmidinova und Stephan Russ-Mohl vom European Journalism Observatory (EJO) sind der Frage nachgegangen und haben allerhand Unterschieder festgestellt, vor allem aber ein Defizit: An deutschen Journalistenschulen würde freiberufliches Arbeiten nicht unterrichtet, "weil deutsche Journalistenschulen mehrheitlich verlagsgebunden sind“, so die Publizistin Ulrike Langer. Sie hätten kein Interesse daran, ihren Absolventen „beizubringen, wie man auf dem freien Markt Verlage als Verwerter umgehen kann”. Quelle: EJO.

Im Lehrgang Online-Journalismus an der Münchner Journalistenakademie gehört das Fach "Freiberuflich arbeiten" seit vielen Jahren zum Standard. Dozent Peter Lokk lehrt dort alles, was zur Freiberuflichkeit gehört - Auftragsakquise, Rechnungsstellung, Künstlersozialversicherung, Verwertungsgesellschaften, Steuern, Rechtsschutz durch Journalistengewerkschaften usw. Doch auch hier gibt es ein Problem: Der Lehrgang kann durch den Bildungsgutschein der Arbeitsagentur gefördert werden. Und die hat kein Interesse an freien Journalisten. Für sie zählen nur Festangestellte als Erfolg.

Neuer Webauftritt AG Kindeswohl vom Lehrgang PR klassisch/online

Großes für die Kleinen zu schaffen hat sich die AG Kindeswohl Landshut vorgenommen. Mehr als zwanzig Institutionen haben sich vernetzt mit dem Ziel, Eltern, Kindern, Angehörigen und Erziehenden der Region Landshut Informationen zum Kinderschutz und zum Kindeswohl zu geben. Den neuen Webauftritt der AG Kindeswohl Landshut hat der berufsbegleitende Lehrgang Presse- und Öffentlichkeitsarbeit klassisch und online gestaltet. Der nächste Lehrgang startet 12. Oktober 2012.

Wer sich unter der Woche im Bereich Pressearbeit / Media Relations fortbilden will, kann dies ab sofort im Lehrgang Pressearbeit online an der Journalistenakademie tun. Am 23. Juli hat der Lehrgang begonnen, Einstieg ist noch möglich!

25.7.12

Ländervergleich: Wie Journalisten twittern

Wie twittern Redaktionen? Gibt es nationale Unterschiede? Das Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung (IPMZ) der Universität Zürich untersuchte in einer Studie die Twitter-Accounts von 39 Nachrichtenmedien aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und den USA - Zeitungen, Fernsehsender, Onlinemedien und Nachrichtenagenturen.

Ergebnis: Am häufigsten twitterten britische Redaktionen. Leitmedien versandten fast fast doppelt so viele Tweets wie Boulevardmedien. Nur etwa ein Fünftel der untersuchten Mitteilungen enthielten Hashtags.

Insgesamt nutzen die Redaktionen vor allem der Mittelmehrländer, aber auch in Deutschland und der Schweiz das Potential von Twitter nur zu einem geringen Teil aus. Für Journalisten ist Twitter einfach ein weiterer Kanal zur Verbreitung der Beiträge. An zweiter Stelle steht das Kommentieren von Ereignissen und der Berichterstattung.
Zum Bericht beim European Journalism Observatory
Zur vollständigen Studie (engl.)

24.7.12

Löst Fundraising die Probleme des Journalismus?

Der Journalist als Unternehmer soll sich seine Aufträge selbst suchen - im Idealfall finanziert durch Stipendien und Stiftungen. Das legen Ergebnisse aus den USA nahe. Doch diese Entwicklung hat auch negative Seiten. Stefan Ruß-Mohl und Kate Nacy haben für die Neue Zürcher Zeitung einen nachdenklichen Beitrag über den hochgelobten "Stiftungsjournalismus" geschrieben.

Sie befürchten, "dass künftig Journalisten ihre unternehmerischen Talente vor allem im Nonprofitsektor austesten müssen, und zwar, um Stifter und Philanthropen zur Förderung jenes hochwertigen Journalismus zu bewegen, der sich bis jetzt nicht durch Online-Werbung oder Online-Abonnements finanzieren lässt. Die neuen Journalisten würden dann keine dynamischen Unternehmer Schumpeterscher Prägung werden, sondern Fundraiser – oder, um es eindringlicher auf Deutsch zu sagen: Leute, die sich ihr täglich Brot zusammenbetteln müssen. Mit allen gar nicht so neuen Abhängigkeiten, die sich daraus für die Berichterstattung ergeben." Zum Beitrag Der Journalist als Unternehmer

23.7.12

Journalismus und Pressearbeit: Lehrgänge gestartet, Einstieg noch möglich

Online-Journalismus und Pressearbeit online: An der Journalistenakademie haben am 23. Juli beide Lehrgänge begonnen. Im Lehrgang Onlinejournalismus lernt man in sechs Monaten nicht nur journalistisches Praxiswissen, sondern auch erwirbt auch Erfahrung in der praktischen Projektarbeit. Voraussetzungen für die Teilnahme sind Erfahrungen in einem Medienberuf durch Praktika oder Berufstätigkeit, ideal ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium.

Wer vor allem praktischen Journalismus in Text und Bild analog einem Volontariat erlernen möchte, kann das erste Modul des Lehrgangs (drei Monate) belegen. Auf Pressearbeit praktisch kann man sich ebenfalls in drei Monaten spezialisieren. Eine Förderung per Bildungsgutschein ist zu 100 Prozent möglich, wenn die individuellen Fördervoraussetzungen vorliegen, so dass der Besuch des Lehrgangs dann kostenfrei ist. Auch eine Förderung mit Bildungsprämie (maximal 500 Euro) ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Je nach Vorkenntnissen ist ein Einstieg noch möglich. Mehr zum Lehrgang Online-Journalismus, zu Pressearbeit und den Fördermöglichkeiten bei der Journalistenakademie

21.7.12

Die Bürgergesellschaft braucht kritische Medien

Seit 14 Jahren zeichnet der Alternative Medienpreis jedes Jahr Medienschaffende aus, die kritisch neue Akzente setzen, verdrängte Themen aufgreifen und Öffentlichkeit für Veränderung, kritische Reflexion und neue Denk-ansätze schaffen. Peter Lokk hat in einem Gastbeitrag für die Stiftung Mitarbeit die Rolle der Alternativmedien als Spiegel der Gesellschaft skizziert. Mehr zur Geschichte der Alternativmedien gibt es im Band Bürgermedien, Neue Medien, Medienalternativen. 10 Jahre Alternativer Medienpreis (kostenloser Download).
Zum Gastbeitrag von Peter Lokk

12.7.12

Vocer: Journalismus lehren verändert

Der Journalismus verändert sich. Zum Glück. Wir sind ja nicht Journalistin, Journalist geworden, um 40 Jahre lang das Gleiche zu tun. Wer heute 20 Jahre mit dabei ist, hat 20 spannende Jahre miterlebt. Welche Veränderungen wollen wir akzeptieren? Was können wir als Journalistenausbilder verändern?

Die Diskursplattform Vocer hat für ihr Dossier Medienmacher von morgen Gabriele Hooffacker von der Journalistenakademie zu aktuellen Veränderungen in der Journalistenausbildung befragt. Zum Beitrag Journalismus lehren verändert

11.7.12

Interview mit Gabriele Hooffacker

Das Internet hat nicht nur unseren Alltag verändert, sondern auch den Beruf des Journalisten. Die Branche ist seit Jahren in einem starken Wandel. "Die Leser sind noch kritischer und medienkompetenter geworden – auch durch das Internet. Dass gerade Online-Leser nicht alles glauben, was da steht, ist keine schlechte Entwicklung", meint Gabriele Hooffacker.

Jürgen Haug-Peichel von der Mainpost führte dieses Interview mit Gabriele Hooffacker.

"Weiterbildung zum Hungerlohn" unter den Top Ten

Themen, die keine waren: Die Initiative Nachrichtenaufklärung legt die Liste der Top Ten, die Rangliste der wichtigsten von den Medien vernachlässigten Themen und Nachrichten für 2012 vor. Rund um Arbeit und Sozialversicherung liegt diesmal der Schwerpunkt. Platz 1 eroberte „Keine Rente für arbeitende Gefangene“, Platz 2 erreichte „HIV-positiv auf dem Arbeitsmarkt: Kein Rechtsschutz gegen Diskriminierung“. „Weiterbildung zum Hungerlohn“, dass nämlich die Dozierenden, die in der beruflichen Weiterbildung für die Arbeitsagenturen tätig sind, am Rande des Existenzminimus kämpfen, schaffte es auf Platz 4, „Hartz IV bei Krankheit“ auf Platz 5. Zur Jury zählen unter anderem Toralf Staud, Mirjam Bunjes und Horst Pöttker.

Die Liste der Top Ten gibt es auf www.derblindefleck.de

10.7.12

Medien und Gesellschaft: Wer ist die "fünfte Gewalt"?

Kommt der Journalismus seiner Aufgabe als "vierte Gewalt" noch nach? Mercedes Bunz ist der Frage für boell.de nachgegangen. "Im Ergebnis hat sich ein neues Gleichgewicht der Kräfte entwickelt", hat sie beobachtet. Mercedes Bunz begrüßt "eine zweite, digitale Öffentlichkeit, betrieben durch die flinken Finger der Bürger (...) als fünfte Gewalt."

Zum Beitrag "Die fünfte Gewalt: Über die Neuausrichtung der medialen Gewaltenteilung"

5.7.12

"Journalist darf kein ungeschützter Beruf mehr sein"

Zur Journalistenausbildung nimmt Jörg Sadrozinski, Leiter der Deutschen Journalistenschule, im Interview mit dem „Medien-Magazin“ des Mediencampus Bayern Stellung. Er fordert dort: „In der derzeitigen Situation des Journalismus muss man darüber nachdenken, dass man Journalismus auch als einen Beruf etabliert, der bestimmten Qualitätskriterien folgt. Diese Kriterien müssen nachvollziehbar sein, auch in der Ausbildung. Journalist darf in Zukunft kein ungeschützter Beruf mehr sein. Man muss dazu hinkommen wie bei Medizinern und Juristen, dass man eine vorgeschriebene Ausbildung durchlaufen haben muss, ums sich Journalist nennen zu dürfen. Das Internet mit all den Möglichkeiten, journalistisch zu arbeiten, hat das Berufsbild aufgeweicht.“

 Auf die Nachfrage, ob ein Staatsexamen wie etwa in Medizin oder Jura eine Möglichkeit sei, antwortet Sadrozinski: „Artikel 5 des Grundgesetzes schützt die Meinungsfreiheit in Deutschland. Jeder soll seine Meinung frei äußern können. Deshalb ist staatlicher Einfluss in der Journalistenausbildung schwierig. Ich könnte mir vorstellen, dass hier der Deutsche Journalisten-Verband und die Deutsche Journalisten-Union eine Rolle spielen. Sicher können auch Einrichtungen wie der Mediencampus Bayern die Standards festlegen. Mit dem Qualitätssiegel sind Sie ja auf einem guten Weg. In meinen Augen sollten Standards deutschland- und vielleicht sogar europaweit gelten.“ Das komplette Interview steht im Medien-Magazin, Ausgabe 2012/2013, S. 9-11.

Das Medien-Magazin gibt es kostenlos beim Mediencampus Bayern, www.mediencampus.de, info@mediencampus.de

3.7.12

Pressestellen in Nürnberg - Dossier der Studierenden "Technikjournalismus"

Welche Unternehmen, Institutionen, Behörden und Dienstleister gibt es im Großraum Nürnberg? Was passiert in Kultur und Sport? Wie arbeiten Pressesprecherinnen und Pressesprecher – die Journalisten im Unternehmen? Wie sieht ihre Arbeit aus? Wie sind sie in den Beruf gekommen? Und was empfehlen sie jungen Menschen, die nach dem Studium als Journalisten im Unternehmen arbeiten wollen?

Als Projektarbeit zur Lehrveranstaltung Zeitungsredaktion gestalteten die Studierenden des Studiengangs Technikjournalismus mit ihrem Lehrbeauftragten Peter Lokk an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule im Wintersemester 2011/12 dieses Dossier zum Thema Pressestellen und Pressesprecher/innen im Großraum Nürnberg.

Tipps finden zukünftige Technikjournalisten in den Antworten auf die Frage, was von einem jungen Journalisten erwartet wird, der sich bei einem der Unternehmen bewirbt. Zum Dossier Pressestellen im Großraum Nürnberg

2.7.12

Social Media Counts: Neue Rekorde im Juni 2012

Wie viele Social-Media-Aktionen gibt es täglich? Die Flash-Animation "Social Media Counts" von Gary Hayes visualisiert das. Im Juni 2012 wurden
  • täglich 3.2 Billionen “Likes” und Kommentare auf Facebook geschrieben, 
  • 40 Billionen Android und IOS-Apps heruntergeladen, 
  • 2 Millionen Blog-Einträge geschrieben, 
  • 175 Millionen Tweets gesendet, 
  • 2 Billionen Youtube-Videos abgespielt, 
  • 5 Billionen mal täglich der Google+-Button geklickt. 


Mehr Zahlen und die Social-Media-Aktionen der letzten Minuten gibt es auf Social Media Counts von Gary Hayes.