12.11.12

Was will der lokale Leser?

Leser der lokalen Zeitungsausgaben bevorzugen Inhalte aus ihrer Nahwelt, schreibt Daniel Süper auf Ejo (Erstveröffentlichung: Journalistik Journal Nr. 2 / 2012). Sie sind stark ortsgebunden, ganz gleich, ob sie die Papier- oder die Online-Ausgabe der Tageszeitung lesen.

Das ergab eine empirischen Studie unter rund 3.000 Lesern und Nutzern der Ruhr Nachrichten (Verlagssitz: Dortmund), die in drei Orten unterschiedlicher Größe und Strukturierung druchgeführt wurde: in der Großstadt Dortmund (rund 580.000 Einwohner, 2.090 Einwohner/km2), der Stadt Schwerte (rund 50.000 Einwohner, 870 Einwohner/km2) und dem ländlichen Nordkirchen (rund 11.000 Einwohner, 200 Einwohner/km2). Inbegriffen war sowohl das Publikum der Printausgabe als auch das des Webangebotes. Veröffentlicht hat diese Studie Daniel Chmielewski unter dem Titel "Lokale Leser. Lokale Nutzer. Informationsinteressen und Ortsbindung im Vergleich. Eine crossmediale Fallstudie. Köln 2011.

Ergebnis: Zwar ist kein Zusammenhang erkennbar zwischen dem Alter des Publikums und seiner Verwurzelung vor Ort, dafür aber ein Zusammenhang zur Lebensdauer vor Ort. Ein 25-jähriger Leser, der am Wohnort geboren ist, wird demnach eine stärkere Verwurzelung aufweisen als ein 60-Jähriger, der erst vor zehn Jahren an den Ort des Lesens zog. Junge Leser finden den Weg zur gedruckten Heimatzeitung vor allem dann, wenn der Lokalteil jenen Ort behandelt, in dem sie auch geboren und aufgewachsen sind.

Fazit von Daniel Süper: Die Konzentration auf lokale Inhalte ist für Lokalverlage strategisch richtig. Ein lokales Publikum erwartet von einer lokalen Marke lokale Inhalte.

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